Ecce homo. Om mani padme hum
Klar, ich weiß, woher ich stamme! Aus der Flamme? Sicher nicht.
In mir sind 3.000 Jahre Geistesgeschichte verbaut, die sich (auch) um die Konstitution des Subjekts drehen - und um das Ringen um dessen Gestalt, Kompetenzen und Grenzen. Es ist hartnäckig, das westliche Selbst, hat zuletzt noch das postmoderne Raunen der Kristeva-EpigonInnen locker überstanden und ist ganz unbeschadet immer noch da. Es hat nicht mal Kratzer. Und ich will's auch gar nicht anders haben. Frei von Wollen, Begehr, Lust und Besitz? Auf gar keinen Fall!
Unter dieser Voraussetzung hat das Mantra für mich eine beträchtliche Anziehungskraft. Om mani padme hum, Juwel und Lotos (wie auch immer) – Blüte und Scheiße, Champagner und Jaucheeimer (und vice versa): Den Gedanken nämlich, dass eben gerade nicht das Sein das Bewusstsein bestimmt.