Und heute feiert sich die Welt: Aufbruch gegen 7.30 in superstrahlendem Sonnenschein von Samdo. Gleich ein fast unwirkliches Bild, mitten aus dem Märchenland: zwei strahlend weiße Pferde grasen gemeinsam mit Bluesheep in der Morgensonne. Die ganze Tierwelt tanzt: Murmeltiere (größer und heller als unsere, in Nepal gibt es sie nur hier und im Dolpo) fiepen und kämpfen. Die nächsten drei Stunden gehören sicher zu den schönsten (nicht nur dieser) Tour: Im Rücken wächst die gewaltige Ostwand des Samdo Peak auf (6.300); dahinter die herrlichen Formationen der Himchuli-Range, links Manaslu mit seinem für mich bisher schönsten Gesicht.
Daramsalah: einer dieser Außenposten. 4.600m, zwei lang gezogene, aber gemauerte Unterstände, ein Paar Zelte. Zwischen hier und Bimthang auf der anderen Seite des Passes (Larke-La) liegen 10 Stunden beherzter Marsch und ein Sattel von 5.260m.
Diese Lodge hat einen bemerkenswert schlechten Ruf. Es gibt schlimmere (o.K. – eigentlich nur eine, wenn ihr mal von Gokyo den Cho La herunterkommt); hier gibt es zuwenigst keine Ratten im Unterstand. (Trotzdem: beide Touren natürlich unbedingt machen). Hier ausnahmsweise (!) Vorsicht mit Wertgegenständen, prüft Eure Rechnungen und fragt ruhig mal Eure Crew, wie sie schläft und wieviel sie dafür bezahlen soll.
Zugleich: Die Lodge hat ein eigenes Rudel Bluesheep, die mich in der Sonne mit ihnen Tee trinken lassen. Es ist warm. Früher Nachmittag; Akklimatisationswanderung: Die Sonne knallt noch durch die aufziehenden Wolken; stärker werdender Wind. Durch das Licht fallen Graupeln.
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