Samdo, 3.875. Endlich wird die Luft ein bisschen dünner! Man geht von Shyala zunächst ein Stückchen herunter in ein malerisches Bachtal, steigt leicht auf einen Sattel - dann öffnet sich ein weites Hochtal, in dem Samagaun liegt. Das ist eine durchaus nennenswerte Siedlung mit sicher einigen hundert Einwohnern - direkt zu Füßen des Manaslu gelegen, den man jetzt längere Zeit ständig ganz nah hat. Im Hintergrund Himchu Chuli. Ich reib' mir die Augen; wo ist Gandalf? Große Yaks grasen mit Naks, Raben tanzen im Sonnenwind. Alles ist ganz klar, Gebetsfahnen fliegen himmelwärts. Es gibt mani-walls, die mehrere hundert Meter lang sind: das sind Wälle, die aus unzähligen, handgravierten Steinplatten ganz verschiedener Größe bestehen - Mantras, Bilder, Geschichten, gruppiert um das allgegenwärtige om mani padme hum.
Von hier aus geht man, sanft ansteigend, auf das "Tibetian Plateau" - kahler, wilder, schon jenseits der Baumgrenze. Man nähert sich Tibet; fühl‘ die Wüste: sie beginnt, das Wetter zu machen. Aus dem Tal wolkt es pünktlich. Hier ist heißer, schwerer Tee. Bluesheep, sehr nah. In Richtung der chinesischen Grenze gibt es eine „Snowleopard-Sight-Area“.
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