Mein Himalya! Der Himmel bläut, als wärs der Tag nach dem jüngsten Gericht. Ein kräftiger Wind fällt durch die Schlucht, spielt im Geäst, mischt sich mit dem Rauschen des Flusses. Von Kalobeshi folgen wir einer engen, tiefen Schlucht dem Budhi Gandaki. Jahrtausende schliffen die Steine; haben eigene Landschaften geschaffen. Teepause in der Hosanna-Lodge am Weg. Gern würde ich gefragt haben, wie es zu dem Namen kam. Nach dem Ort eine der schönsten Hängebrücken Nepals (es gibt viele, diese ist besonders): sicher 100m hoch führt sie an drei großen Wasserfällen vorbei.
Jagat, Checkpoint zur Conservation-Area. Wir lernen, dass wir nicht hier sein dürfen, weil das Permit erst in zwei Tagen gültig ist. Binod quasselt uns erstmal rein, wird aber Abends noch einige Stunden in ein Dorf mit Faxgerät laufen müssen, um einen Antrag an das Tourismusministerium zu faxen. Wenn alles klappt, können wir Morgen dann dort passieren – klappt es nicht, lassen sie uns zwei Tage warten. Change of regulations, sagt Binod - das kann sein, oder auch nicht. Herauszufinden ist es kaum. By the way, hier und überhaupt: Vorsicht mit Bakschisch – das kann Sinn machen, oder auch besondere Reiseerfahrungen nach sich ziehen. Ein Zwanziger in einem Reisepass hat schon hartgekochte Soldaten in Teddybären verwandelt, ist aber im Zweifelsfall auch Bestechung von Amtspersonen.
Ein junger Mann trägt zwei Plastikboxen mit Schlitzen; darinnen ein kleines Vermögen: etwa 30 Küken, die gelassen fiepen. 1.000 Rupees kostet eins, das sind etwa 8 Euro, zusammen ein halbes Jahresgehalt. Die Käufer prüfen genau und mit Vorsicht, und tragen die kleinen dann liebevoll ins Haus.
Die Schlucht weitet sich. Ganesh Himal erscheint; eine Majestät.
Tee in Siribasi. Zicklein schrein in den Hügeln; manches Stimmchen klingt getragen vom Wind wie Kinderkrähn.
6h; rund 700hm↑.
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